Vinzenz Maria Süß

Schriftsteller und Gründer des Salzburger Museums Carolino Augusteum

* 1802   † 1868

 

Lebenslauf

Vinzenz Maria Süß wurde am 15. Jänner 1802 in Weißenbach bei Strobl geboren. Seih Vater war dort Verwalter des Hammerwerkes. Er besuchte von 1816 bis 1818 das Schullehrerseminar in der Stadt Salzburg. Hernach absolvierte er das Lehrerseminar, arbeitete aber bald als Amtsschreiber (Kanzlist) bei den Rentämtern Zell am See, Goldegg und ab 1824 in Salzburg.

1828 trat er in das Magistrat der Stadt Salzburg ein. 1829 wurde er Steuerkontrollor, schließlich von 1841 bis 1863 Leihhausverwalter.

Er war verheiratet und Vater einer Tochter, die aber nur ein knappes Jahr alt wurde.

Gründer des Salzburg Museum, Direktor auf Lebenszeit

1834 gründete Vinzenz Maria Süß unterstützt von einer lokalpatriotischen Gruppe das Salzburg Museum. Es ist als Gegenstück zum 1833 gegründeten obderennsischen (oberösterreichischen) Landesmuseum zu betrachten. Das Salzburg Museum wendete sich gegen den kulturellen Ausverkauf und den Bedeutungsverlust Salzburgs. Anfangs führte Vinzenz Maria Süß es als Privatmuseum. Er erhob jedoch von Anfang an den Anspruch, dass es sich um eine Institution des ganzen Landes handle.

Die Gründung erfolgte ohne Einbindung größerer privater oder kommunaler Sammlungen. Dies stellte einen Gegensatz zu anderen Residenzstädten mit vergleichbarer Bedeutung dar. Hingegen wurde alles gesammelt, das in irgendeiner Weise mit Salzburg zu tun hatte, vor allem aber Exponate, mit denen das Bürgertum seine Bedeutung in der Landesgeschichte präsentieren konnte, z.B. Kunstgewerbe, Münzen, Literatur, Musikinstrumente, aber auch naturkundliche Objekte.

Der Kreishauptmann Graf Montecuccoli eröffnete das Museum für die Allgemeinheit am 13. August 1835.

1845 lud Vinzenz Maria Süß die Bürger ein, das Museum durch Jahresbeiträge von einem Gulden zu unterstützen. Im Gegenzug ermöglichte er den Spendern und deren Familien freien Eintritt ins Museum. Durch diese Aktion kamen Jahreseinnahmen von etwa 300 Gulden zustande.

Im Jahre 1849 übernahm die Stadt Salzburg das Museum mit seinen Sammlungen endgültig in ihr Eigentum. Süß blieb Direktor des Museums, für größere Auslagen musste er aber die Genehmigung des Gemeinderats einholen.

1850 trat der Gemeindevorstand an die in Salzburg lebende Kaiserin Caroline Auguste, Witwe nach Kaiser Franz I., mit dem Gesuch heran, die Patronanz für das Museum zu übernehmen. Die Kaiserin sagte zu. Seitdem trägt das Museum den Zusatz "Carolino Auguste” im Namen.

1853 ernannte die Stadt Salzburg Vinzenz Maria Süß zum Ehrenbürger und Direktor des Museums auf Lebenszeit.

Herausgeber der "Salzburger Volks-Lieder"

1865 veröffentlichte Vinzenz Maria Süß das erste Salzburger Liederbuch unter dem Titel “Salzburger Volks-Lieder”. Süß hatte sich für die Herausgabe keiner Feldforschungen bedient. Es enthielt weit mehr Liedertexte als Melodien, die in einem dreistimmigen Satz, von Mitgliedern der Dommusik angefertigt, gebracht wurden. Das Liederbuch war sehr vielfältig gestaltet und enthielt zahlreiche Rubriken wie Weihnachtslieder, Hirtenlieder, Bauernlieder, Alm- und Wildschützenlieder, Gelegenheits- und Historische Lieder.

Die Intention von Vinzenz Maria Süß war es, das Volkslied vor dem Vergessen zu bewahren. Sein Augenmerk galt vor allem der Textüberlieferung. Aus diesem Grunde übergab Süß die Druckvorlage des Buches dem Salzburger Dialektforscher August Prinzinger mit der Bitte um Durchsicht, wogegen keine kritische Prüfung der Melodien stattfand.

Schriftsteller

Als Schriftsteller verfasste er auch „Beiträge zur Geschichte der Typographie im Erzbistum Salzburg“ (1845). Besondere Beachtung fand sein 1848 herausgegebenes Werk: „Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840“. Er blendete in der damals üblichen Art die Zeitabläufe in das Leben der einzelnen Stadtoberhäupter ein und hob jene Ereignisse besonders hervor, die ihm damals wichtig und aufzeichnenswert erschienen.

Auszeichnungen

Süß wurde 1854 mit dem k.k. österreichischen Verdienstkreuz mit der Krone und 1855 mit dem Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöserordens ausgezeichnet.

Tod

Am 5. Mai 1868 starb Vinzenz Maria Süß nach langer schmerzlicher Krankheit.

Familiengrab am Sebastiansfriedhof in Salzburg

Vinzenz Maria Süß wurde am Sebastiansfriedhof in Salzburg (Arkadenbögen 9–10) an der Seite seines Töchterleins Rosalia (* 6. August 1846, † 1. August 1847) zur letzten Ruhe gebettet. Ihm folgte seine Gattin Anna († 11. September 1881).

Weblinks

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